Microsoft macht eigene Linux-Distribution öffentlich

Microsoft macht eigene Linux-Distribution öffentlich
Linux / Debian

Zeiten ändern sich. Das lässt sich sehr gut daran erkennen, dass die Konkurrenz zwischen Microsoft und Linux längst nicht mehr so groß ist, wie es einmal der Fall war. Anfang des Jahrtausends sprach der damalige Chef von Microsoft, Steve Ballmer, noch von einem „Krebsgeschwür“, wenn es um Linux ging. Mittlerweile entwickelt Microsoft aber eine eigene Distribution, die jetzt sogar öffentlich gemacht wird.

Mit Azure Linux 4.0 hat der Konzern eine eigene Variante entwickelt, die für die eigenen Azure-Cloud-Dienste genutzt wird. So wird eine einheitliche Entwicklungsumgebung geschaffen. In Zukunft soll die Distribution als Open-Source-Projekt über GitHub verfügbar gemacht werden. Es zeigt, dass die Grenzen immer mehr verschwinden und man bei Microsoft längst keine Berührungsängste mehr hat. Mehr zu dem Thema gibt es in diesem Artikel zu erfahren.

Microsofts Kehrtwende in Bezug auf Linux

In diesem Fall lohnt sich eine kleine Zeitreise in das Jahr 2001. Damals sah die Welt noch anders aus. Steve Ballmer war zum damaligen Zeitpunkt Chef von Microsoft und äußerte sich zum Thema Linux mit dem Begriff „Krebsgeschwür“. Es war klar, dass Ballmer kein Fan war und sah vor allem einen Angriff auf das geistige Eigentum. Spätestens seitdem galten Windows und Linux als feindliche Systeme. Ein Narrativ, das auch heute noch von vielen aufrechterhalten wird. Und natürlich ist Windows weiterhin ein eigenes Betriebssystem, aber mit Azure Linux 4.0 nutzt Microsoft Linux. Um genau zu sein, basiert die Distribution technologisch auf Fedora Linux.

Es hat bei Microsoft ein Umdenken gegeben, vor allem in Form von Satya Nadella, der seit 2014 Chef des Konzerns ist und damit direkter Nachfolger von Ballmer. Unter Nadella hat es eine Öffnung gegeben, was die Entwicklung von Azure Linux 4.0 überhaupt erst möglich gemacht hat. Eine frühere Version war unter dem Codenamen „CBL-Mariner“ bekannt. Allerdings darf man hier keine Alternative für Windows erwarten, denn die Distribution dient in erster Linie für die Azure-Cloud-Dienste von Microsoft. Es soll aber ein Windows-Subsystem für Linux entstehen, sodass Entwickler lokal für die Cloud entwickeln können.

Dafür ist Azure Linux 4.0 gedacht

Das auf Fedora Linux basierende System wird zudem zukünftig frei zugänglich gemacht. Schon jetzt ist das Projekt auf GitHub einsehbar und steht aktuell unter der liberalen MIT-Lizenz. Microsoft will die Sicherheit maximieren, weshalb die Lieferkette der Softwarepakete kontrolliert wird. Die Anzahl der installierten Standardkomponenten wird auf ein Minimum reduziert. Das Cloud-Geschäft ist ein wichtiger Zweig für Microsoft, weshalb erwartet werden kann, dass die Entwicklung an der Distribution auch in Zukunft weitergehen wird. Derzeit ist allerdings noch nicht bekannt, wann die finale Version erscheinen wird. Zwischenzeitlich waren aber die ISO-Dateien älterer Versionen auf GitHub verfügbar.

Fazit zur Microsoft Linux-Distribution

Fazit: Azure Linux 4.0 Eine Linux-Distribution von Microsoft. Was vor über zwanzig Jahren noch undenkbar war, ist mittlerweile Realität. Und das aus gutem Grund. Für die Serverarchitektur setzt man technologisch auf die Basis von Fedora Linux, das man zu Azure Linux 4.0 weiterentwickelt hat. Damit hat Microsoft eine feste Grundlage für das eigene Cloud-Geschäft, das in Zukunft noch anwachsen soll. Entwickler werden zukünftig auch unter Windows die Gelegenheit haben, für die Cloud zu programmieren. Grundsätzlich wird bald auch das gesamte Projekt als Open Source auf GitHub verfügbar sein. Damit demonstriert Microsoft, dass man an pragmatischen Lösungen interessiert ist und alte Betriebssystem-Kriege der Vergangenheit angehören.