Ubuntu 26.04 – Der entschlossene Waschbär mit Langzeitunterstützung

Ubuntu 26.04 - Der entschlossene Waschbär mit Langzeitunterstützung
Linux / Debian

Vor einigen Tagen wurde Ubuntu 26.04 veröffentlicht und schon jetzt zeigt sich, dass das Betriebssystem den Blick in die Zukunft richtet. Wer sich die neue Version installiert, ob erstmals oder als Update, darf sich darauf freuen, für die kommenden Jahre ein sicheres und stabiles System zu erhalten, das auch mit guter Leistung daherkommt. Dass man über das Jahr 2030 hinaus plant, zeigt sich schon dadurch, dass die Version Langzeitunterstützung spendiert bekommt.

Der Codename “Resolute Raccoon” soll Programm sein, denn tatsächlich zeigt sich, dass sich unter der Haube der neuen Ubuntu Version tatsächlich ein entschlossener Waschbär verbirgt. Das liegt unter anderem daran, dass mehrere Millionen Zeilen C-Code der Vergangenheit angehören und durch die neue Sprache Rust ersetzt wurden, die mit Linux 7.0 eingeführt wurde. Warum sich ein Blick auf Ubuntu 26.04 lohnt, gibt es in diesem Artikel zu erfahren.

Verbesserte Sicherheit in Ubuntu 26.04

Über 5 Jahre wird diese Version mit Updates versorgt, also mindestens bis 2031. Mit Ubuntu Pro lässt sich der Support sogar bis 2036 ausweisen. Der Name “Entschlossener Waschbär” passt zwar auch zu der neuen Stabilität des Systems, ist aber vor allem auch eine Hommage an den verstorbenen Release-Manager Steve Langasek. Eine der wichtigsten Änderungen kommt mit dem Herzstück des Betriebssystems daher, was der Linux-Kernel 7.0 ist, der erst vor kurzem veröffentlicht wurde. Die große Besonderheit besteht in der Programmiersprache Rust, die nach und nach C ersetzen soll und das bereits in Ubuntu 26.04 getan hat. Rust ist sehr sicher und verhindert bereits im Vorfeld viele typische Programmierfehler.

Viele zentrale Werkzeuge wurden komplett in Rust neu geschrieben. Durch diese Architektur können viele Speicherfehler und somit potenzielle Sicherheitslücken vermieden werden. Zudem setzt Ubuntu nicht weiter auf X11, sondern auf Wayland. Das sorgt in Zusammenarbeit mit der Grafik-Schnittstelle Vulkan für bessere Grafikleistungen. Außerdem wurde die TPM-gestützte Vollverschlüsselung eingeführt, was ebenso zu mehr Sicherheit führt. Der neue Linux Kernel 7.0 mitsamt optimierter Treiber sorgt insgesamt für bessere Leistungen, ob nun beim Spielen oder anderen rechenintensiven Anwendungen.

Systemanforderungen der neuen Version

Systemanforderungen der neuen Version Um Ubuntu 26.04 nutzen zu können, werden 6 GB RAM Arbeitsspeicher empfohlen, wobei auch 4 GB möglich sind. Mit einem 2 GHz Dual-Core Prozessor kann das System ebenfalls bereits laufen. Es verbraucht rund 25 GB Speicher. Wer ein schwächeres System hat, kann auch weiterhin auf Alternativen wie Xubuntu oder Lubuntu zurückgreifen, die sogar mit 2 GB RAM auskommen. Die neue Version ist ideal für alle, die ein sicheres System haben wollen, das auf lange Zeit unterstützt wird. Die Langzeitunterstützung (LTS) garantiert, dass bis mindestens 2031 keine Alternative notwendig wird.

Alle Neuerungen im Überblick

Ubuntu 26.04 bringt zahlreiche Verbesserungen mit sich, die sich über alle Ebenen des Systems erstrecken. Die folgende Übersicht zeigt die wichtigsten Änderungen auf einen Blick – von der Desktop-Umgebung über Sicherheitsfeatures bis hin zu Entwickler-Tools.




ubuntu@resolute-raccoon
~ $
lsb_release -a
Feature-Matrix 26.04 LTS
🦝
Resolute Raccoon markiert den Übergang zu einer sichereren, Rust-basierten Systemarchitektur mit Wayland-exklusivem GNOME und 5–15 Jahren Support-Garantie.
Kategorie Komponente Version / Details
Desktop GNOME Desktop Version 50 – Wayland-exklusiv (keine X11-Session mehr), VRR standardmäßig aktiv, fraktionales Skalieren verbessert, GPU-beschleunigtes Remote Desktop (Vulkan/VAAPI)
Yaru Theme Näher an GNOME-Upstream, neue Icon-Sets, opake Ubuntu Dock, verbesserte Kontraste (fetter Text in Benachrichtigungen)
Nautilus Dateimanager Performance-Optimierungen, neuer Thumbnailer, farbige Ordner-Icons
Standard-Apps Showtime (ersetzt Totem), Resources (ersetzt System Monitor), App Center mit verbesserter Deb-Unterstützung
Kernel & Treiber Linux Kernel Version 7.0 – Rust-Integration, PREEMPT_RT upstream, Kernel Livepatch für ARM64, verbesserte ext4-Schreibleistung
Mesa Treiber Version 26.0.3 – AMD Raytracing Performance, ACO-Compiler standardmäßig aktiv
NVIDIA Treiber Version 595.x (proprietär) – verbesserte Wayland-Performance, ältere Versionen weiterhin verfügbar
ZFS Version 2.4.1 mit Upstream-Verbesserungen
Sicherheit TPM-Verschlüsselung TPM 2.0-gestützte Vollverschlüsselung als stabile Option im Installer, automatische Schlüsselentsiegelung beim Boot, Wiederherstellungsschlüssel-Verwaltung im Security Center
Post-Quantum-Krypto Quantenresistente Algorithmen standardmäßig aktiviert
Authd Open-Source Cloud-Identity-Authentifizierung (Entra ID, Google IAM, OIDC-Provider)
App Permissions Benutzerfreundliche Berechtigungsabfragen (Preview), Integration im Security Center
Rust-Migration sudo-rs Version 0.2.12 – Rust-Rewrite von sudo als Standard via alternatives, Passwort-Feedback (Sternchen) aktiviert
rust-coreutils Ersetzt GNU coreutils (ls, cp, mv, cat etc.) – speichersicher, rückwärtskompatibel, GNU-Varianten weiterhin installierbar
System systemd Version 259 – cgroup v2 verpflichtend (v1-Systeme können nicht upgraden), /run/media statt /media für Wechselmedien
Dracut Standard-initramfs-Generator (ersetzt initramfs-tools)
APT Version 3 – apt-key entfernt, Software & Updates GUI entfernt (Terminal-Tools bleiben)
Subiquity Installer Verbesserte Dual-Boot-Erkennung mit BitLocker-verschlüsseltem Windows, bessere TPM-Hinweise
Entwickler Toolchains GCC 14, LLVM 19, Python 3.13, Go 1.24, Rust 1.84
NVIDIA CUDA Erstmals nativ in Ubuntu-Repos verfügbar, DOCA-OFED via PPA
AMD ROCm In Ubuntu-Repos für AI/ML auf AMD Instinct & Radeon GPUs
Server/DB PostgreSQL Version 18 – neues I/O-Subsystem (bis 3× schneller), virtuelle Generated Columns, uuidv7()
MariaDB Version 11.8.6 LTS – vollständig in Ubuntu main supported
MySQL Version 8.4.8 LTS, MySQL Shell 8.4
DocumentDB Version 0.108 – MongoDB-kompatibel, basiert auf PostgreSQL
Valkey Version 9.0.3 – atomare Slot-Migrationen, Hash-Field-Expiration
📅
Support-Zeiträume
Standard-Support 5 Jahre (bis April 2031)
Ubuntu Pro (erweitert) +5 Jahre (bis April 2036, insgesamt 10 Jahre)
Legacy Support (optional) +5 Jahre via Ubuntu Pro Legacy (bis April 2041, insgesamt 15 Jahre)
Point Release 26.04.1 Geplant für August 2026 (Upgrade-Pfad von 24.04 LTS wird dann aktiviert)
💻
Hardware-Optimierungen

x86-64-v3 Pakete: Optional verfügbar für CPUs ab Intel Haswell (2013) / AMD Excavator (2015) – bis zu 10% Performance-Gewinn durch AVX2/BMI2

IBM Z (s390x): ALS angehoben auf z15 – z14/LinuxONE II oder älter nicht mehr unterstützt

Real-Time Kernel: Kostenlos verfügbar dank upstream PREEMPT_RT-Patches
ℹ️
Upgrade-Hinweis: Direkte Upgrades von 24.04 LTS werden erst mit Ubuntu 26.04.1 (August 2026) aktiviert. Neuinstallationen sind ab sofort möglich.

Fazit zu Ubuntu 26.04

Fazit zu Ubuntu 26.04 Nachdem Anfang April bereits der Linux-Kernel 7.0 veröffentlicht und damit auch Rust offiziell als Programmiersprache eingeführt wurde, war es nur eine Frage der Zeit, bis auch die verschiedenen Linux-Distributionen auf Rust setzen. Ubuntu 26.04 ist diesbezüglich bereits große Schritte gegangen und hat viele Bereiche, die vormals in C geschrieben waren, in Rust neu programmiert. Das wird in Zukunft für ein System sorgen, dass noch viel mehr Wert auf Sicherheit und Stabilität legt. Rust hat den Vorteil, dass viele Speicherfehler überhaupt nicht geschehen können, was letztendlich auch weniger Sicherheitslücken nach sich ziehen wird. Die neue Version von Ubuntu kann ab sofort heruntergeladen und installiert werden.