BomberClone: Nostalgie trifft auf Open Source
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Die Bomberman-Reihe gehört zweifellos zu den prägendsten Videospielserien der Gaming-Geschichte. Seit den frühen 1980er Jahren begeistert das Spielprinzip Millionen von Spielern weltweit, wobei die simple Grundidee bis heute nichts von ihrer Faszination verloren hat. „BomberClone“ greift dieses bewährte Konzept auf und transportiert es in die Welt der freien Software. Als Open-Source-Projekt unter der GNU GPL-Lizenz ermöglicht es Linux-Nutzern den Zugang zu einem Spielerlebnis, das sonst oft proprietären Plattformen vorbehalten bleibt.
Das Entwicklerteam orientierte sich dabei stark am 1997 erschienenen Atomic Bomberman von Interplay Productions. Jenes Spiel hatte seinerzeit versucht, die klassische Formel für den PC zu modernisieren, und genau diese Philosophie lebt in BomberClone weiter. Die Veröffentlichung im Jahr 2003 markierte den Beginn eines Projekts, das bis heute in den Paketquellen aller großen Linux-Distributionen verfügbar ist.
BomberClone Download: https://ftp.netbsd.org/pub/pkgsrc/current/pkgsrc/games/bomberclone/index.html
BomberClone Spielprinzip und Mechaniken
Das Grundprinzip von BomberClone folgt der bewährten Bomberman-Formel, bleibt dabei jedoch erfrischend unkompliziert. Spieler bewegen sich durch ein labyrinthartiges Spielfeld und platzieren Bomben, die nach kurzer Zeit in horizontaler sowie vertikaler Richtung explodieren. Zerstörbare Hindernisse blockieren zunächst den Weg, können aber durch geschickt platzierte Sprengsätze beseitigt werden. Unter den Trümmern verbergen sich häufig wertvolle Power-ups, die das Gameplay entscheidend beeinflussen.
Die Vielfalt der sammelbaren Verstärkungen verdient besondere Erwähnung. Flammen-Icons erhöhen die Reichweite der Explosionen bis zu einem Maximum von zehn Feldern, während Bomben-Symbole das gleichzeitige Platzieren mehrerer Sprengsätze ermöglichen. Maximal zwölf Bomben können erfahrene Spieler auf einmal ablegen. Schuh-Power-ups steigern die Bewegungsgeschwindigkeit, wodurch taktische Vorteile entstehen können. Darüber hinaus existieren Spezialfähigkeiten wie fernzündbare Bomben oder die Möglichkeit, eigene und fremde Bomben durch das Labyrinth zu stoßen.
Besonders interessant gestaltet sich die Mehrfachbomben-Funktion. Durch Halten der Spezial-Taste lässt sich eine ganze Reihe von Bomben in eine Richtung platzieren. Diese Mechanik eröffnet fortgeschrittene Strategien, da Gegner damit effektiv eingesperrt werden können. Allerdings erfordert der Einsatz dieser Fähigkeit präzises Timing, denn die Bomben explodieren unabhängig voneinander.
Grafik und Präsentation

Die visuelle Gestaltung von BomberClone orientiert sich am Retro-Charme seiner Vorbilder. Zweidimensionale Sprites bilden das Grundgerüst der Darstellung, wobei die Grafiken bewusst schlicht gehalten wurden. Diese Designentscheidung mag zunächst enttäuschen, hat aber durchaus ihre Berechtigung. Erstens läuft das Spiel dadurch auf nahezu jeder Hardware problemlos, zweitens bleibt die Übersichtlichkeit selbst in hektischen Momenten gewahrt.
Die SDL-Bibliothek bildet das technische Fundament der Grafikausgabe. Durch diese Wahl gewährleisten die Entwickler plattformübergreifende Kompatibilität, ohne aufwendige Anpassungen vornehmen zu müssen. Verschiedene Levelthemen sorgen für optische Abwechslung, obwohl die grundlegende Ästhetik stets erkennbar bleibt. Soundeffekte untermalen das Geschehen angemessen, ohne jedoch besonders hervorzustechen.
Spielmodi und Mehrspieler
BomberClone glänzt vor allem im Mehrspielermodus, der über IPv4- und IPv6-Netzwerke funktioniert. Bis zu vier Teilnehmer können gleichzeitig gegeneinander antreten, wobei sowohl lokale Netzwerke als auch Internetverbindungen unterstützt werden. Der UDP-Port 11000 dient dabei als Standardkommunikationskanal. Diese technische Implementation ermöglicht unkomplizierte LAN-Partys, was das Spiel für gesellige Gaming-Abende prädestiniert.

Einzelspieler können sich mit der integrierten künstlichen Intelligenz messen. Die computergesteuerten Gegner agieren dabei durchaus kompetent und bieten eine angemessene Herausforderung. Gerade für Neulinge eignet sich dieser Modus hervorragend zum Erlernen der Grundmechaniken. Dennoch entfaltet BomberClone sein volles Potenzial erst im Wettstreit mit menschlichen Mitspielern, denn unberechenbare Entscheidungen und spontane Strategiewechsel machen das Spielerlebnis wesentlich dynamischer.
Die Installation gestaltet sich unter Linux denkbar einfach. Über die Paketverwaltung lässt sich BomberClone mit einem einzigen Befehl installieren, da es in den offiziellen Repositories von Ubuntu, Debian, Linux Mint und anderen Distributionen enthalten ist. Diese einfache Verfügbarkeit senkt die Einstiegshürde erheblich und ermöglicht spontane Spielrunden ohne langwierige Konfiguration.
Stärken und Schwächen
Zu den unbestreitbaren Vorzügen zählt die vollständige Freiheit der Software. Der offene Quellcode erlaubt Modifikationen und Anpassungen nach eigenem Belieben. Gleichzeitig entstehen keinerlei Kosten, was BomberClone zu einer attraktiven Alternative gegenüber kommerziellen Bomberman-Varianten macht. Die niedrigen Systemanforderungen ermöglichen zudem den Einsatz auf älteren Rechnern oder ressourcenschwachen Systemen wie dem Raspberry Pi.
Weniger überzeugend fällt hingegen der Umfang des Einzelspielermodus aus. Ohne menschliche Mitspieler fehlt schlicht die langfristige Motivation, da keine Kampagne oder Fortschrittssystem existiert. Auch die grafische Präsentation wirkt im Vergleich zu modernen Indie-Spielen antiquiert. Wer aufwendige Animationen oder hochauflösende Texturen erwartet, wird enttäuscht sein. Ferner hat die Entwicklung des Projekts über die Jahre deutlich an Dynamik verloren, weshalb neue Features kaum noch hinzukommen.
Fazit zum Klassiker „BomberClone“

Nostalgiker werden besonders auf ihre Kosten kommen, denn die klassischen Mechaniken wurden originalgetreu umgesetzt. Wer moderne Bomberman-Ableger mit umfangreichen Modi und aufwendiger Präsentation sucht, sollte jedoch zu kommerziellen Alternativen greifen. Für alle anderen bietet BomberClone ein unterhaltsames Retro-Erlebnis, das seine Stärken vor allem im gemeinsamen Spiel mit Freunden entfaltet.